Vancouver, die Grossstadt im Südwesten Kanadas, ist nicht die Hauptstadt der Provinz British Columbia. Die kleinere Stadt Victoria auf Vancouver Island ist die Hauptstadt. Für fünf Nächte stelle ich den Van auf einen Campingplatz neben der Lions Gate Bridge in West Vancouver. Den Platz kenne ich von einem früheren Besuch. Ich kaufte vorher genügend ein, damit ich den Van stehen lassen kann. Das schöne Wetter am ersten Tag nutze ich für einen ausgiebigen Spaziergang durch den nahe gelegenen Ambleside Park und am Strand entlang. Nach rund fünf Kilometern erreiche ich den Ambleside Beach. Hier endet der direkte Weg am Wasser entlang. An diesem Strand stehen drei Palmen. Zwei Frauen legen ihre dicken Bademäntel ab und gehen ins Wasser. Sie schwimmen eine Weile im kühlen Meer. Zum Schwimmen wäre mir das Wasser zu kalt.
Kurz vor der Brücke gibt es eine Bushaltestelle. Von dort fahren regelmässig Busse in die Innenstadt. Am nächsten Tag nutzte ich die Gelegenheit und fuhr in die City. Die Innenstadt ist voll mit unterschiedlich gestalteten Hochhäusern. Alte Häuser sind selten. Im ehemaligen Gerichtsgebäude ist die Vancouver Art Gallery untergebracht. Besonders gut gefiel mir die Ausstellung «That Green Ideal: Emily Carr and the Idea of Nature». Emily Carr (1871–1945) war eine prägende Künstlerin aus der Provinz British Columbia. Vor allem ihre Landschafts- und Baumbilder aus den 1930er Jahren faszinierten mich. Auf den wenigen Bildern mit Menschen waren mir die Gesichter zu düster – ein Gegensatz zu den Landschaften. Danach hatten es die anderen Ausstellungen schwer mit mir. Nach der Kunst genehmigte ich mir ein Gelato, bevor ich zum Coal Harbour hinunterging. Neben vielen Bootshäfen gibt es dort auch einen Wasserflughafen. Dort entschied ich mich, die etwas über sechs Kilometer bis zum Van zurückzulaufen. Zunächst lief ich am Wasser entlang, dann durch einen Park und zuletzt über die grosse, 1936 erbaute Lions Gate Hängebrücke.
